Erinnert Ihr Euch an Magrittes Gemälde: „Ceci n’est pas une pipe“ (Dies ist keine Pfeife)? Das hat mich stark inspiriert, wie Ihr unten sehen könnt. Es gibt immer mehr, als das Auge sieht. Der Kartonumschlag auf dem ersten Bild ? Das ist nicht nur eine Verpackung, die in der gelben Tonne landet. Das könnte das Rohmaterial für Euer nächstes kreatives Projekt sein! Ihr zahlt bereits für Eure Verpackungen, warum also nicht etwas Neues daraus machen?
Ich teile hier die 3 kurzen Videos, die ich in den letzten Tagen auf Instagram/Youtube veröffentlicht habe und in denen ich Euch zeige, wie Ihr einen einfachen Umschlag aus Karton dank der Pappmachétechnik in eine originelle Halskette verwandelt. Und dabei bleibt es nicht, denn hier verrate ich Euch einige Details, die ich in der kurzen Version nicht zeigen konnte. 🙂
Was Ihr braucht:
- Einen Stabmixer
- Ein Geschirrtuch, um die Papiermasse gut auszupressen
- Ein Messer zum Glätten der Pulpe
- Ein Nudelholz oder ähnliches
- Eine große, spitze Nadel oder eine kleine Bohrmaschine (z.B. Dremel)
- Eine Schere
- Einen Hammer und einen dünnen Nagel
- Mehl (für Leim) oder Tapetenkleister
- Weißleim bzw. Holzleim
- Schleifpapier (ich habe P120 / P180 / P320 genommen)
- Frischhaltefolie
- Eventuell etwas Pulver aus weiβer Kreide (Blanc de Meudon z.B.)
- Einen Umschlag aus Karton oder ähnliches
- Farbe nach Vorliebe… hier habe ich weiße Acrylmarker von Posca und Uni Chalkmarker verwendet
- Nagellack (Härter und matt) oder matten transparenten Lack
- Einen rohen Leinenfaden oder nach Vorliebe

Was ich in den Videos nicht gezeigt habe
Folge 1: Die Schnipsel: Man muss den Karton in ganz kleine Schnipsel reißen. Die ersten waren zu groß, deshalb habe ich weitergemacht, nachdem ich sie etwa eine Viertelstunde in kochendem Wasser eingeweicht hatte und das Wasser abgekühlt war.
Tipp: Das Zerbröseln der Papierfasermasse – je feiner die Krümel, desto besser! – geht schneller, wenn man nach anfänglicher Handarbeit einen elektrischen Quirl verwendet !
Folge 2:
Das Rezept für den Mehlleim findet Ihr auf der Seite Grundrezepte im Abschnitt Gut zu wissen. Ehrlich gesagt verwende ich normalerweise Tapetenkleister, den man einfach mit Wasser anrührt. Aber ich wollte Euch zeigen, dass man es auch mit den vorhandenen Mitteln schaffen kann. Übrigens war es viel zu viel, da es keine riesige Menge an Kartonschnipseln gab. Halbiert einfach das Rezept.
Beginnt damit, die feuchten, gut ausgepressten Krümel mit etwas Mehlleim zu mischen. Gut durchkneten. Es ist besser, je nach Konsistenz etwas hinzuzufügen. Damit der Teig geschmeidiger wird und das Endergebnis härter ist, rate ich Euch, auch etwas Weißleim hinzuzufügen. Falls Ihr keinen habt, findet Ihr ein Rezept auf der Seite Grundrezepte. Ich habe ihn nur einmal getestet, aber angesichts der Ähnlichkeit mit Mehlleim könnte ich mir vorstellen, dass er ihn in diesem Fall zu 100% ersetzen könnte. Ich lasse Euch experimentieren und würde mich freuen, wenn Ihr mich über das Ergebnis informiert !). Die Konsistenz ist richtig, wenn die Masse nicht mehr an den Händen klebt und Fingerabdrücke deutlich sichtbar sind. Auf der Seite Grundrezepte beschreibe ich, wie man Pulpe herstellt. Werft mal einen Blick drauf, besonders wenn es Euer erstes Mal ist.
Um die braune Farbe des Teigs aufzuhellen, habe ich weisse Kreide (Blanc de Meudon) hinzugefügt. Je besser man sie mit der Pulpe vermischt, desto gleichmäßiger wird das Ergebnis.
Wenn Ihr keine Bohrmaschine habt, könnt Ihr die Löcher bereits in der feuchten Form mit einer großen, spitzen Nadel machen, indem Ihr mehrmals reinstecht, um so jedes Loch behutsam zu erweitern.
Einige Stunden nachdem Ihr die Pulpe ausgerollt habt, könnt Ihr sie vorsichtig mit einem Messer glätten, indem Ihr einen Rest des Mehlleims verwendet. Dieser kann einige Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden, wenn er mit Frischhaltefolie luftdicht verpackt ist.
Die Pulpe schrumpft beim Trocknen, deshalb habe ich zwei Gegenstände auf jede Seite gelegt, als sie sich zu krümmen begann. So ist sie flach geblieben. 😉





Folge 3: Um den Faden leichter einfädeln zu können, habe ich etwas Klebeband an das Ende geklebt, wie Ihr auf dem Foto sehen könnt.
Wenn ich Nagellacke für den Schutz gewählt habe, dann vor allem, um eine Alternative zu Mattlack aus dem Baumarkt zu zeigen. Ich denke, die meisten Frauen besitzen einen transparenten Nagelhärter, oder? Matter Nagellack ist seltener, aber ich habe meinen für 1,99 € in einer Drogerie gefunden. Nagellack schützt gut und ist hautverträglich. Man muss allerdings gut lüften, der Geruch ist beim Auftragen ziemlich penetrant! 😉




Was mir wirklich am Herzen liegt: Euch zu zeigen, dass wir von scheinbar wertlosen Dingen umgeben sind, die anderweitig eingesetzt werden könnten. Verpackungen gehören dazu! Anstatt einfach wegzuwerfen und neu zu kaufen, sollten wir darüber nachdenken, was wir da haben und wie wir es anderweitig nutzen könnten. 🪄
Das regt nicht nur unsere Kreativität an und macht Spaß, sondern hilft auch, unseren Müll zu reduzieren . 🌱



Reizt Euch dieses Projekt? Hinterlasst gerne einen Kommentar, das freut mich immer! 🙂
Hoffentlich bis bald,

P.S.: Ich zeige einige Passagen in den Videos in Schwarz-Weiß, um jede Ähnlichkeit mit … nun ja, Ihr werdet schon verstehen, warum! Ziel ist es, Euch Lust darauf zu machen, nicht Euch abzuschrecken! 😂
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